Selbstreflexion: Was kostet mir Kraft & wie reagiere ich darauf?
Selbstreflexion: Was kostet mir Kraft & wie reagiere ich darauf?

Selbstreflexion: Was kostet mir Kraft & wie reagiere ich darauf?

Scheiße geht’s mir – Gestehe ich mir ganz ehrlich ein

Hello, liebe und enge Freundin! Du hast mitbekommen, dass es mir in der letzen Wochen sehr schlecht ging. So schlecht, dunkel und antriebslos, wie noch nie in meinem ganzen Leben. Tatsächlich. Nun habe ich ein mini bisschen mehr Kraft und kann meine Gedanken wieder ordnen und daraus versuchen zu Lernen.

Auslöser für dieses Down

Gute Frage, die ich näher aufschlüssel. Hier eine Liste mit Aktivitäten, die mir viel Kraft gekostet haben und noch immer viel Energie verbrauchen

  • 3 x pro Woche nach Enschede pendeln (brauche eig. nur 2x)
  • Hoher Anspruch an mich selbst, sehr produktiv zu sein
  • Die Bahn kommt zum Feierabend nicht -> 13 Stunden außer Haus sein
  • Plötzliche Schuldgefühle, dass ich Ulrike, Philipps Mutter, nicht nochmal geschrieben habe, wie sehr ich sie vermisse & wie Leid es mir tut, nicht mehr da zu sein
  • Meine 5-Köpfige Familie (Mama & Papa, Oma, Tante & Onkel) haben sich wahrscheinlich final zerstritten und Tante & Onkel haben ihren Ballast/Wut bei mir telefonisch abgeladen, obwohl ich meinte, dass ich mich nicht einmischen werde, mir es gerade selbst nicht gut geht und ich keine Ahnung von ihrer (meine Mum & Tante) Geschwister-Vergangenheit habe.
  • Meine Krankenversicherten-Karte ist immer noch nicht angekommen und ich muss meine Arztbesuche und Medikamente selbst bezahlen, das stresst
  • Fühle mich einsam, weil die WG meistens leer ist und höchstens 1 MiBewohnerin in der WG schläft, ich mag’s mit mehr Trubel 😀
  • Meine Medikamentöse Umstellung hat mir die krassesten Gefühlsschwankungen gebracht, die ich bisher im Leben hatte
  • Ich habe meistens alleine geweint, hatte selten jemd. der im Haus war und mich tröstend in den Arm nehmen konnte – keine Vorwürfe an niemanden:)
Die Aussicht von meinem gelben Sofa aus.

Wie ich auf das Down reagiert habe

Das gute ist: Ich wusste, dass es mir noch schlechter gehen wird im Laufe der Tage und habe direkt Unterstützung angefragt und ein paar Aktivitäten intensiviert. Hier eine Liste mit Reaktionen auf meine wolkige-Phase.

  • Meinen engen Freunden mitgeteilt, wie es mir geht und was ich brauche + ob sie mir das geben können (nette Nachrichten schreiben oder ein Update geben, was bei ihnen so geht z.B.)
    • Dadurch fühle ich mich verbundener, trotz dem Gefühl, ganz alleine zu sein
  • Die Hausarzt-Sprechstunde besucht
    • Mich vom Arzt beruhigen lassen, dass die Stimmungsschwankungen von den Medis kommt + was ich sonst noch tun kann
  • Veranstaltungen abgesagt
    • Mich nicht zwingen, auf Veranstaltungen zu funktionieren ist selbstverständlich seeeehr gesund
  • Menschen in die WG eingeladen
    • Niemand in der WG? Dann lade ich Menschen zum Homeoffice machen, chillen oder auf einen Tee ein, damit ich das Gefühl von Einsamkeit verminder
  • Lecker gekocht, damit ich nicht in meine Tütensuppen-Depri-Phase abrutsche
    • Liebevoll Essen zubereiten tat gut und fühlt sich wertschätzend gegenüber meinem Körper und auch meiner Seele an. Dazu gehört sogar auch ein Croissant an jedem Morgen, den ich Zuhause verbringe**
  • Meine Krankenversicherungskarte ist in Recklinghausen angekommen und sorgt für etwas Beruhigung
  • Habe anderen mitgeteilt, dass ich häufig weine
    • Habe erfahren, dass ich damit gar nicht alleine bin und dieses Wissen trägt ein bisschen zu einem weniger starken Allein-sein Gefühl bei
  • Pendel nur noch 2 x pro Woche nach Enschede
  • Möchte vlt. einen Brief/eine Mail an Ulrike schreiben, um mich von Schuldgefühlen zu befreien (noch nicht passiert)
  • Familien-Streit mit Eltern thematisieren und schauen, was die so dazu zu sagen haben (noch nicht passiert)
  • Gedanken an hohen Anspruch erkennen und mir sagen, dass ich genug bin, auch wenn ich mal nicht alle Todos erledigt bekomme
Mein ständiger Begleiter: EIN GUTER PLAN Terminkalender mit Platz für Selbstreflexion.

Hoffnung auf Besserung & tiefe Dankbarkeit

Dankbar bin ich vor allem für meine Freunde. Das kann mein Tagebuch bestätigen, denn es ist fast täglich 1 Aspekt für den ich On A Daily Base dankbar bin. Also: Danke dir! Ich habe mir als ich auf diese Erde kam, wohl für eine kleine Familie entschieden, aber dafür für einen starken und liebevollen Freundeskreis, der mir wirklich genauso wichtig ist wie Familie – Wer bleibt mir denn sonst später? 🙂

Ich bin immer noch sehr schmollend und lustlos, aber ich komme wieder aus dem Bett. Mein Körper fühlt sich noch immer schwer an, aber ich spüre, dass all die Unterstützenden-Entscheidungen und Aktionen mir wie eine Krücke unter die Arme greifen. Das ist toll und schenkt mir Hoffnung.

Danke für dein Interesse an meinem Leben und hab einen möglichst angenehmen Tag!

Deine (starke) Juli

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